Mach’s gut, Bobby!

Boeing 737-300

Schon seit fast einem halben Jahrhundert fliegt Lufthansa mit Modellen der 737-Serie, lange spielten sie eine tragende Rolle auf der Kurzstrecke. Doch die Ära neigt sich nun ihrem Ende entgegen: Bobby  – so der Spitzname der 737 – steht vor seiner Ausflottung

Lufthansa Boeing 737-300 im Landeanflug auf dem Frankfurter Flughafen

© Deutsche Lufthansa AG

 Auch dank Lufthansa gilt die 737 als meistverkaufter Passagierjet der Welt: Weit mehr als 7500 Maschinen dieser Flugzeugfamilie konnte Boeing bis 2013 ausliefern. Die in den späten 1960er Jahren vorgestellte und immer wieder weiterentwickelte Serie wurde schnell zu einem der weltweit meistverkauften Kurzstreckenflugzeuge. Seit der Einführung der konkurrierenden A320-Familie von Airbus Ende der 1980er Jahre teilen sich diese beiden Flugzeugfamilien ihr Marktsegment nahezu konkurrenzlos. Lufthansa setzte seitdem auf die Kurzstreckenjets der zwei verschiedenen Hersteller.

Derzeit verwendet die Airline noch Maschinen der Muster 737-300 und 737-500. Neben Airbus und Boeing haben sich mittlerweile weitere Flugzeughersteller wie Bombardier und Embraer etabliert, deren moderne Kurzstreckenjets ebenfalls zur Lufthansa Flotte gehören und das Marksegment unterhalb der 737 und A320 abdecken. Sie verbrauchen nicht nur deutlich weniger Kerosin als die älteren 737, sondern fliegen außerdem viel leiser – und lösen Bobby Boeing bald auf manchen Verbindungen ab. So bietet das größte Muster der E-Jet-Familie von Embraer, die E-195, mit 120 Sitzen genauso viele Plätze wie die kleinste Boeing 737, die 737-500. Auf Verbindungen mit höherem Passagieraufkommen könnte die 140-sitzige 737-300 dann beispielsweise vom ebenfalls neu entwickelten Airbus A320neo ersetzt werden.

Bis 2016 wird die 737-Serie daher sukzessive ausgeflottet. Eine folgerichtige Entscheidung: Denn um unterschiedliche Strecken perfekt bedienen zu können, muss Lufthansa zwar Flugzeuge mit gestaffeltem Sitzplatzangebot bereithalten, eine Flotte mit zu vielen verschiedenen Flugzeugtypen lässt sich aber nicht mehr optimal steuern – dann geht Vielfalt wiederum auf Kosten von Effizienz. Ein endgültiger Abschied von Bobby ist dies allerdings noch nicht, denn eine 737-500 wurde schon von Lufthansa Technical Training übernommen: Sie steht jetzt am Frankfurter Flughafen und dient dort als Ausbildungsmaschine für angehende Elektroniker und Mechaniker.