Lufthansa Flotte

Doppelt hält besser

Die Flotte

Cord Becker, der in seiner Zeit als Lufthansa Pilot rund 20000 Flugstunden Erfahrung gesammelt hat und nun als Ausbildungskapitän arbeitet, schreibt über Cockpit und Alltag. Dieses Mal: Redundanz beim Antrieb

Wissen Sie, wie viele Motoren die Maschine hat, in der  Sie gerade sitzen? Auf der Kurzstrecke sind es in der Regel zwei. Wenn Sie aber auf einem Langstreckenflug beispielsweise über den Atlantik fliegen, wird es schon schwieriger, die Anzahl zu erraten.

Cord Becker Triebwerksredundanz

Effizienter Kraftprotz: ein Triebwerk des neuen Lufthansa Langstreckenflugzeugs Boeing 747-8

© Jens Görlich/ MO CGI

 Drei Möglichkeiten stehen dabei zur Auswahl: zwei, drei oder vier Triebwerke. Das Ende der dreimotorigen Flugzeuge ist aber absehbar. Mittlerweile fliegt für die Lufthansa Flotte nur noch bei der Frachttochter Cargo eine dreimotorige Maschine des Typs MD-11F. Ansonsten teilen sich meist zwei- und viermotorige Jets die Arbeit über den Wolken – darunter sogar Flugzeuge, die zwar in ihren Ausmaßen und bei ihrer Sitzkapazität identisch, aber mit einer unterschiedlichen Anzahl von Motoren ausgerüstet sind. Einmotorige Maschinen kommen aus Sicherheitsgründen in der Passagierluftfahrt nicht zum Einsatz. Alle Maschinen müssen mit mindestens zwei Motoren ausgestattet sein, um die erforderliche Redundanz, also das mehrfache Vorhandensein, zu leisten. Um ganz auf der sicheren Seite zu sein, kalkulieren die Piloten von Passagierflugzeugen vor jedem Startvorgang einen Ausfall mit ein – als Vorsichtsmaßnahme. Moderne Triebwerke sind mittlerweile so zuverlässig, dass es gleich sicher ist, mit vier- oder zweimotorigen Flugzeugen längere Strecken zu fliegen.

Früher war das anders: Die berühmte Lockheed Super Constellation – Spitzname „Super Connie“ – galt in den 1950er und 1960er Jahren als das „beste dreimotorige Flugzeug der Welt“. Dabei hatte sie zwar vier riesige Propeller-Doppelsternmotoren, davon fiel jedoch nicht selten einer aus. Heute fliegt man auch mit zweimotorigen Flugzeugen höher, weiter, schneller und sicherer als zu Zeiten der „Super Connie“. Bei modernen Großraumjets wie der A380 oder der ­Boeing 747-8 sind vier Motoren nötig, um die bis zu 500 Tonnen schweren Maschinen in die Luft zu bekommen. So kraftvolle Triebwerke sind noch nicht entwickelt, um diese Giganten der Lüfte mit nur zwei Motoren auszustatten. Letztlich ist es egal, ob unter den Tragflächen zwei oder vier Motoren hängen: Sicher fliegen Sie immer.