Herr Becker, was macht eine gute Landung aus?

Ist eine gute Landung immer eine weiche?

Profis bewerten nach anderen Kriterien: Die Landung muss sicher sein, und das hat nichts mit „weich“ zu tun. Das Flugzeug soll in der Aufsetzzone gelandet werden, die durch zebrastreifenähnliche Markierungen gekennzeichnet ist – das können Passagiere aus dem Fenster gelegentlich beobachten. Wenn die Landung bei gutem Wetter noch weich ist, umso besser. Aber bei schneebedeckten Runways, Aquaplaning-Gefahr oder Sturm muss das Flugzeug härter aufgesetzt werden, um schnellen Bodenkontakt zum Abbremsen zu ermöglichen. Erst die Pflicht, also sicher, dann die Kür: weich.

Landet immer der Kapitän?

Grundsätzlich hat er die Verantwortung für die Sicherheit des Flugs, und bei schwierigen Bedingungen – wie starken Seitenwinden oder komplexen Systemausfällen – muss er selbst landen. Üblicherweise wechseln sich aber Kapitän und Kopilot ab. Einer fliegt beispielsweise hin, der andere zurück. Somit kann der Kopilot die nötige Erfahrung sammeln, um später als Kapitän zu fliegen.

Wie können Piloten Landungen üben?

Landungen werden fast ausschließlich im Simulator trainiert. Mittlerweile sind die Simulatoren so realitätsnah, dass dort die  Landetechnik sicher erlernt werden kann. Allerdings gibt es spezielle Airports, für die Anflugverfahren besonders geübt werden: Kathmandu (Nepal), La Paz (Bolivien) oder früher der legendäre Kai Tak Airport in Hongkong, der mittlerweile außer Betrieb ist. Dort musste man in einer langen Rechtskurve fast bis zum Aufsetzen anfliegen – eine spannende Aufgabe für jeden Piloten.