Herr Becker, haben Sie ein Lieblingsflugzeug?

Hand aufs Herz: Airbus oder Boeing – wo fühlen Sie sich zu Hause?

Ich hatte das Glück, 17 Jahre Flugzeuge von Boeing zu fliegen und 20 Jahre auf Typen von Airbus. Mit beiden habe ich mich sehr wohl gefühlt. Bei den Flugzeugen von Airbus hatte unsere Pilotengeneration die Chance, neue Technologien und auch ganz andere Cockpit-Layouts kennenzulernen. Das war besonders spannend.

Ist ein bestimmtes Flugzeug Ihr Liebling?

Jeder Pilot findet „sein“ Flugzeug am besten. Das ist auch gut so, denn jeder soll sich
in seinem Muster wohlfühlen und sich dafür begeistern. Fragen Sie darum nie einen Airbus-Kapitän, ob er die Boeing 747 besser findet, und nie einen Jumbo-Kapitän nach einem Airbus A380. Aber Spaß beiseite – alle Flugzeuge sind sicher und gut zu fliegen.

Steuerhorn oder Sidestick – sind das noch immer verschiedene Welten?

Bei der Einführung der Sidestick-Steuerung gab es anfangs viele Diskussionen. Bei Airbus-Flugzeugen hatten vor 30 Jahren manche den Eindruck, dass alles automatisch funktioniert und die Piloten beim Fliegen nur noch zuschauen. Das stimmte natürlich nicht. Heute hat sich vieles angeglichen. Auch Boeing bedient sich der elektronischen Steuerung.

Worin liegt der größte Unterschied bei Flugzeugtypen?

Gar nicht so sehr in der Technik, sie unterscheiden sich vor allem bei Reichweite und Flugdauer. Langstrecken-Typen können über 14 Stunden in der Luft bleiben. Bei der Kurz- oder Mittelstrecke bleiben die Flugzeuge nur vier bis fünf Stunden in der Luft. Für die Piloten liegt der wichtigste Unterschied bei Größe und Gewicht.