Herr Becker, was machen Piloten, bevor sie abheben?

Wie bereiten sich Piloten auf einen Flug vor? Und wie lange dauert das?

Bei Strecken, die man oft fliegt, reicht es, sich kurz vorm Flug oder in der Transitzeit vorzubereiten – wie auf der Route von Hamburg nach Frankfurt. Neuanflüge aber erfordern mehrere Stunden Planung und Arbeit, besonders anspruchsvolle Ziele sogar eine Einweisung durch einen Captain, der mit der Situation vor Ort vertraut ist. Das gilt für den Flughafen von Quito in Ecuador, der sehr hoch und in einem Gebirgskessel liegt. Oder für den ehemaligen Airport Kai Tak in Hongkong, wo man kurz vorm Aufsetzen eine enge Kurve fliegen musste.

Was muss man noch berücksichtigen?

Zum einen müssen die Piloten die Besonderheiten der jeweiligen Route kennen. Ein Flug über den Atlantik erfordert außerdem eine sogenannte Area-Einweisung, eine Anleitung im Simulator und einige Flüge unter Aufsicht und mit Unterstützung eines Ausbildungskapitäns.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit den Flugplanern?

Der Flugdienstberater, auch Dispatcher genannt, errechnet elektronisch den optimalen Flugweg hinsichtlich der Sicherheit, Pünktlichkeit und Wirtschaftlichkeit. Dann wird der Flugplan samt Alternativrouten der Besatzung vorgelegt. Mit seiner Unterschrift akzeptiert der Kommandant den Plan und bestimmt mit der Crew die Kerosinmenge.

Wer trägt am Ende die Verantwortung?

Der Captain ist für eine sichere Durchführung des Flugs zuständig. Natürlich unterstützen ihn zahlreiche Experten, die bei der Vorbereitung und Abfertigung helfen. Ohne gutes Teamwork geht gar nichts.