Herr Becker, wie gefährlich sind Turbulenzen?

Was sind Turbulenzen?

Turbulenzen sind Verwirbelungen der Luftschichten, in denen ein Flugzeug fliegt. Die Ursachen sind verschieden. Wenn wir in Wolkenschichten fliegen, wird es turbulent, bei böigen Winden während Start und Landung ebenfalls. Auch Wirbelschleppen, die durch die Tragflächen eines Flugzeugs in der Luft entstehen, zählen dazu. Zudem gibt es in großen Höhen die sehr schwer vorhersehbare „Clear Air Turbulence“ von mittlerer bis starker Intensität – die unangenehmste Turbulenz.

Wie gehen Piloten damit um?

Bei Start und Landung müssen Flugzeuge ausreichend Abstand halten, damit die Wirbelschleppen nicht gefährlich werden. Piloten benutzen im Funkverkehr den Zusatz „Heavy“ für große Typen und „Super“ für die A380, damit eine entsprechende Staffelung erfolgen kann. Das Wetterradar im Cockpit zeigt Gewitter und Turbulenzen in der Nähe an, die wir weiträumig umfliegen. Bleiben noch turbulente An- und Abflüge: Erfahrung und gutes Training sind hier nötig, um sie sicher zu meistern – und zwar ohne Autopilot, der dafür nicht zugelassen ist.

Können Turbulenzen gefährlich werden?

Die meisten sind zumindest unangenehm, für Passagiere und für die Crew. Gefährlich können sie werden, wenn man ihnen nicht ausweichen kann, weil sie überraschend auftreten – wie die „Clear Air Turbulence“. Allerdings sind die Belastungsgrenzen für Flugzeuge so hoch, dass eine schwerere Beschädigung unwahrscheinlich ist. Dennoch: Bleiben Sie angeschnallt, wann immer möglich – auch wir Piloten tun das.