© Dan Matutina

Der digitale Kranich

  • ILLUSTRATION DAN MATUTINA
  • INTERVIEW LASLO SEYDA

Lufthansa hat eine Punktlandung ins digitale Zeitalter geschafft. Wir zeigen die nützlichen Reisebegleiter der Zukunft. 

1

Lufthansa VR

Mit der App können Passagiere noch vor der Reise Flugzeuge und Ziele kennenlernen. Als virtueller Betrachter auf der Shibuya-Kreuzung in Tokio, am Fuß der Brooklyn Bridge oder im Cockpit eines Kunstfliegers – Inspiration in 360 Grad;

für iOS und Android

2

Mildred

Wer Sehenswürdigkeiten lieber real sehen will, fragt Mildred. Der Chatbot kommuniziert über den Facebook Messenger und hilft bei der Suche nach den günstigsten Flügen zum Traumziel.

mildred.lh.com

3

Airlinecheckins

Nie wieder selbst ein­checken – das verspricht der automatische Check-in-Assistent, der vom Lufthansa Innovation Hub entwickelt wurde. Der Service funktioniert für mehr als 100 Airlines weltweit.

AirlineCheckins.com

4

Rimowa Electronic Tag

Keine Warterei mehr an der Gepäckaufgabe: Einfach mit der App ein digitales Etikett erstellen, via Bluetooth an einen Riffel‑­ Koffer mit „Electronic Tag“ übermitteln. Das Gepäck ist eingecheckt und muss nur noch abgegeben werden.

5

Intime

Noch Zeit für einen Kaffee? Die Intime-App erfasst die Bewegungsdaten am Airport in Echtzeit und liefert Vorhersagen für die Dauer einer Strecke zum Gate. Start voraussichtlich Ende 2017.

6

Flynet

Ob Kurz- oder Langstrecke, immer mehr Lufthansa Maschinen haben FlyNet an Bord: Einfach über Handy, Tablet oder Laptop mit dem Bord-Internet verbinden, Serien schauen, chatten, surfen – und die Zeit vergeht wie im Flug.

7

Nice View Mobile

Über die Monitore in den Sitzen lassen sich seit 2013 Langstreckenflüge aus individuellen Perspektiven nachverfolgen; jetzt ist es dank FlyNet auch live mit Tablet oder Smartphone möglich.

8

Flyinglab

Konferenz in 10 000 Meter Höhe: Auf FlyingLab-Flügen können Passagiere neue Wearables testen und sich an Diskussionen zu den Themen Technologie, Gesundheit, Zeitgeist und Nachhaltigkeit beteiligen.

flyinglab.aero

9

AR Snackbox

Dieser Prototyp hat es in sich: Mit der Handykamera oder einer Datenbrille verbunden, zeigt die kleine schwarze Box zusätzliche Infos als Augmented Reality – von Allergenen in Bordmenüs bis zum digitalen WorldShop.

10

Lufthansa App

Nach der Landung erfährt man per Push-Nachricht, auf welchem Band das Gepäck ankommt, dazu gibt es weitere Infos. Bereits an den Flughäfen Frankfurt, München, Stuttgart, Mailand verfügbar, Download in den App-Stores.

11

Linea

Selten, aber es passiert: Der Koffer hat Verspätung. Im Ent­schädigungsfall wird der Reisende über die Plattform Linea automatisch informiert und kann digital zwischen Gutschein, Meilen­gutschrift oder Direktzahlung wählen. Noch in der Testphase.

12

Travelguide

Stadtführer im Taschenformat: Hunderte Lufthansa Ziele können bereits in der digitalen Datenbank erforscht werden, von Aberdeen bis Zürich. Die Tipps zu Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Bars sowie Ankunftsflughäfen werden laufend aktualisiert.

lh-travelguide.com


 

»Fliegen wird zum Event«

Torsten Wingenter, Senior Director Digital Innovations bei Lufthansa, über Koffer, die mitdenken, und Konferenzen im Himmel.

Herr Wingenter, warum ist die Digitalisierung für Lufthansa so wichtig?

Innovation gehört zu unserer DNA. Wir waren die ersten mit Inflight-Internet, haben die mobile Bordkarte etabliert. Aber unser Markenkern enriching travel experience gilt nicht nur für den Flug. Als moderne Airline müssen wir die gesamte Reisekette komfortabler machen.

Es ist gar nicht so einfach, das Rad neu zu erfinden …

Wir orientieren uns an Start-ups: Statt erst drei Jahre am Konzept zu tüfteln, bringen wir gleich einen Prototyp auf den Markt und lassen ihn von unseren Kunden testen – wie bei unserem Chatbot Mildred. So wissen wir schnell, in welche Richtung die nächste Version gehen soll, ob die Idee besser verworfen wird oder vielleicht ein ganz neues Produkt dabei herauskommt. Das Wichtigste: Die Services müssen einen echten Mehrwert bieten.

In diesem Monat starten wieder zwei FlyingLabs-Flüge, auf denen Sie Entwicklungen testen. Welche Bedeutung haben diese Events?

Die FlyingLabs sind nicht nur eine Inspirationsquelle für neue Apps und Tools. Durch die Vorträge und Präsentationen hat sich eine erstaunliche Eigendynamik entwickelt: Völlig Fremde reden auf einmal miteinander, tauschen sich aus, vernetzen sich. Einige Kunden buchen die Flüge ganz bewusst: An Bord treffen sie Gleichgesinnte, die zur selben Konferenz wollen oder zum selben Thema forschen. Das geht viel weiter als der Transport von A nach B. Fliegen wird zum Event.

Wie sehen Flugreisen in Zukunft aus?

Derzeit arbeiten wir an mehr als 300 digitalen Projekten. Die Digitaltechnik entwickelt sich so rasant, dass man keine seriösen Prognosen treffen kann. Naheliegend wäre ein smarter Koffer, der mich daran erinnert, die Zahnbürste einzupacken. Oder eine Schlafmaske, die Gehirnströme misst und mich zum geeigneten Zeitpunkt aufweckt. Vielleicht können Fluggäste aber auch mit Wearables an Bord Vitalwerte messen und auswerten. Natürlich nur, wenn sie das auch wirklich wollen. Der Passagier ist schließlich kein Versuchskaninchen.