Herr Becker, wie finden sich Piloten am Boden zurecht?

Wie navigieren Piloten auf dem Vorfeld?

So wie es Anflug- und Abflugkarten gibt, orientiert sich die Cockpitcrew auch am Boden anhand von Karten, die das Layout der Rollwege, Start- und Landebahnen, Terminals und Hangars darstellen. Auf großen Flughäfen sind das mitunter bis zu zehn oder mehr Karten. Die Wege zu den Startbahnen werden vor dem Losrollen durchgesprochen und mit den Anweisungen des Lotsen verglichen. Das gilt auch für die Landung: Noch in der Luft besprechen die Piloten, wo sie die Bahn verlassen werden und den Weg zum Terminal finden.

Gibt es Vorfahrtsregeln?

Auf großen Airports bestimmt der Vorfeld- oder Towerlotse, welche Flugzeuge an den Rollwegkreuzungen warten müssen. „Rechts vor links“ gilt offiziell zwar auch, der Lotse hat aber immer das letzte Wort. Flugzeuge haben immer Vorfahrt gegenüber anderen Fahrzeugen wie Schleppern oder Bussen.

Was hat es mit den Follow-Me-Autos auf sich, die man aus dem Fernsehen kennt?

Am Gate zeigt ein elektronisches System den Piloten genau an, wann sie stoppen müssen, damit die Gangways an das Flugzeug gefahren werden können. Falls aber auf einer Außenposition geparkt wird, kommt ein Follow-Me-Wagen und der Marshaller winkt das Flugzeug ein. Die Follow-Me-Autos sind immer auf Standby, um die Piloten zu unterstützen.

Kommt man irgendwann blind zurecht?

Safety first! Auch wenn man sich auf seinem Heimatflughafen gut auskennt, müssen Piloten immer die Wegschilder beachten – Rollen nach Gefühl kann gefährlich werden.