Herr Becker, was macht eine gute Bordansage aus?

Werden die Passagiere an Bord eigentlich mit einer standardisierten Ansage begrüßt?

Es gibt keinen vorgefertigten Text für den Kapitän. Eine einheitliche Ansage könnte bei den Passagieren schnell den Eindruck er
wecken, sie würde einfach „runtergeleiert“. Gerade bei der Begrüßung aus dem Cockpit geht es um die persönliche Note, ein persönliches Willkommen an die Fluggäste und eine kurze Information, ob ein pünktlicher Start möglich sein wird.

Was macht eine gute Begrüßung aus?

Jeder muss seinen Stil finden und darf sich nicht zum Entertainer verbiegen. Ist die Ansage für einen langen Urlaubsflug gedacht, sind genauere Informationen über den Flugverlauf passend. Handelt es sich um einen Shuttleflug frühmorgens von Frankfurt nach München, voll mit Geschäftsleuten, dann wird diese Passagiere nur kurz interessieren, ob sie pünktlich landen.

Worauf sollte noch geachtet werden?

Eine Ansage ist dann gelungen, wenn die Passagiere zuhören. Stimmen Tonfall und Sprechgeschwindigkeit, welche Informa
tionen sind wirklich wichtig? Man hört sofort, ob eine Ansage bloße Pflichterfüllung ist oder ehrliche Begrüßung. Und wenn ein Kapitän seinen Text mit humorvollen Einlagen auflockern möchte, ist das zwar gut gemeint – aber nicht für jeden witzig. Man muss ein Gespür dafür entwickeln, dass sich jeder Passagier angesprochen fühlt.

Was ist dabei das Wichtigste?

Der Inhalt muss immer seriös und glaubhaft rüberkommen. Während der Ansage sollten die Fluggäste sofort spüren: Die da vorn im Cockpit wissen genau, was sie tun.