Kleine Schwester mit zwei Motoren

Airbus A330-300

Als Airbus Anfang der 90er Jahre sein erstes Langstreckenflugzeug baute, wurde es fast zeitgleich in zwei Varianten entwickelt: Die A330 ist ein Schwestermodell der vierstrahligen A340 – und gehört zu den zuverlässigsten Verkehrsflugzeugen der Welt

Airbus A330-300

Zweistrahler – der Airbus A330-300

© Deutsche Lufthansa AG

Beide Typen nutzen die gleichen Tragflächen, Leitwerke und Rumpfteile. Ihre Basismodelle sind gleich lang, auch in Sachen Sitzplatzangebot und Nutzlast unterscheiden sie sich praktisch nicht voneinander. Dennoch hatte Airbus gute Gründe, gewissermaßen zwei verschiedene Ausführungen eines Flugzeugtyps zu entwickeln: Die zweistrahlige A330 verbraucht weniger Treibstoff als die vierstrahlige A340, diese wiederum verfügt über eine größere Reichweite.

Die A330 unterliegt dabei aber – wie alle zweistrahligen Verkehrsmaschinen – auch gewissen Beschränkungen. Die entsprechenden internationalen Regularien sind in den „Extended-range Twin-engine Operation Performance Standards“ (ETOPS) zusammengefasst: Laut ETOPS müssen die Flugrouten von zweistrahligen Verkehrsmaschinen stets so geplant werden, dass der nächste Flughafen innerhalb einer bestimmten Zeitspanne (der sogenannten ETOPS-Zeit) erreichbar bleibt. Dadurch wird eine sichere Landung auch mit nur noch einem funktionierenden Triebwerk gewährleistet. In den 60er Jahren lag die sogenannte ETOPS-Zeit noch bei 60 Minuten. Viele Transatlantik- oder Transpazifikrouten konnten daher ursprünglich nur von vierstrahligen Maschinen geflogen werden.

Airbus A330-300 Kleine Schwester mit zwei Motoren

Die A330 gilt als zuverlässigstes zweistrahliges Flugzeug der Welt, selbst mit nur einem Triebwerk flog sie bei Testflügen sechs Stunden lang über den Nordatlantik

© Deutsche Lufthansa AG

 Mittlerweile konnte die ETOPS-Zeit für die meisten zweistrahligen Flugzeuge deutlich ausgedehnt werden, vor allem dank einer fortgeschrittenen Triebwerkstechnik. Die A330 bewies sogar ihre besondere Zuverlässigkeit, indem sie sechs Stunden lang mit nur einem Triebwerk über den Nordatlantik flog. Bei ihrer Indienststellung erhielt sie zunächst eine 90-Minuten-, später eine 180-Minuten-ETOPS-Zulassung. 2009 wurde die A330 von der europäischen Luftfahrtbehörde EASA sogar als erstes Flugzeug für Strecken mit einer maximalen Entfernung von 240 Minuten zum nächsten Flughafen zugelassen.

Bei Lufthansa sind die Rollen zwischen den Schwestermodellen A330 und A340 dennoch klar verteilt: Mit durchschnittlich rund 6.300 Kilometern pro Flug ist die vierstrahlige A340 mehrheitlich auf der klassischen Langstrecke unterwegs, die A330 bedient mit durchschnittlich rund 4.300 Kilometern pro Flug auch kürzere Routen.