Gesa Neitzel in Südafrika
© Gesa Neitzel

Die magischen Drei

Es gibt Orte, die das Leben verändern. Drei davon stellt die neue Lufthansa ­Kampagne #LifeChangingPlaces vor – gemeinsam mit den Menschen, deren Weg dort eine völlig neue Richtung nahm.

Portrait von Chris Burkard

1

 

US-Fotograf

Chris Burkard

Tanz mit dem Eismeer: Erlebt, warum Surf-Fotograf Chris Burkard Kaliforniens Wärme gegen Norwegens Eis, Stürme und Kälte tauschte. Und sein altes Leben gegen ein neues.

Ich Bin kein Freak. Auch wenn viele behaupten, ich sei einer. Ich weiß, wie es ist, wenn der Körper nicht mehr gehorcht. Ich bin in arktischen Stürmen verloren gegangen. Weil ich die Lofoten gefunden habe. Oder sie mich. Mir ging es gut, bevor ich herkam. Ich war ein Fotograf aus Kalifornien, reiste umher, sonnte mich an Traumstränden, shootete Surfer unter Palmen. Aber ich fühlte mich unvollständig. Ja, schlimmer noch: Ich war gelangweilt. Bis mir ein Freund von diesen norwegischen Inseln am Polarkreis erzählte. Mit ein paar Surfern flog ich nach Unstad, im tiefsten Winter. Ein Experiment sollte es sein, aber es wurde viel mehr. Nie hatte ich ein Meer gesehen, das so wild war, nie Berge von solcher Größe und Schroffheit. Der Schnee peitscht, Nebel überall, minus 23 Grad. Wir gehen trotzdem ins Wasser, die anderen mit Surfbrett, ich mit Kamera – staunend, dass das, was ich erlebe, real ist. Ich war mir der brutalen Natur extrem bewusst und konnte es kaum fassen, dass ich dort war. Ich wusste, dass ich meine Aufgabe gefunden hatte. Die Bilder, die ich zurück nach Kalifornien brachte, hatten einen anderen Wert für mich. Körperlichen Wert. Ich hatte sie der Landschaft abgetrotzt. Unglaublich. Seitdem habe ich viele menschenfeindliche Gegenden fotografiert. Island, Sibirien, Alaska … Aber auf die Lofoten kehre ich am liebsten zurück. Hier bin ich der geworden, der ich sein will. Für die, die nichts wagen, vielleicht ein Freak. Damit kann ich leben. Ich bin lebendig.


 

2

 

Englische Köchin, Autorin, Restaurant-Gründerin

Thomasina Miers

Fisch Tacos und Guacamole, in Schüsseln angerichtet
© Marcus Nilsson/Gallery Stock

Niemals hätte ich gedacht, dass ich Köchin werden würde. Ich war auf einer sehr konservativen Schule, es gab gewisse Erwartungen – und Kochen galt damals nicht als angemessene Laufbahn. Ein Stipendiat in einer Wirtschaftskanzlei bereitete mich dann auf Oxford vor. Aber ich konnte es nicht ausstehen – also ging ich kurzentschlossen nach Mexiko. Ich war noch nie zuvor alleine gereist, schon gar nicht außerhalb Europas. Es war unglaublich! Und dann dieses herrliche Essen, ich hatte ja keine Ahnung … Nach meiner Rückkehr versuchte ich mich in vielen Jobs. Schließlich ging ich aber doch auf eine Kochschule. Und dann: zurück nach Mexiko! Ich besuchte alle wichtigen Food-Regionen – Oaxaca, Yucatán, Veracruz – und kochte gemeinsam mit den Menschen dort. Mexikanische Küche ist ja sehr vielfältig, jeder der 32 Staaten hat seinen eigenen Stil und seine eigenen Zutaten. Mexiko steht an fünfter Stelle unter den artenreichsten Ländern! Es gibt 200 Sorten Chili und viele Mais-Sorten, einige rot, schwarz, blau oder weiß. Selbst erfahrene Köche entdecken immer wieder Neues. Doch nichts davon war in London zu finden! Also eröffnete ich 2007 ein erstes Restaurant in Covent Garden. Heute sind es 25 in ganz Großbritannien. Ein Wunder eigentlich, dass wir überlebten, unser Team war so jung! Uns fehlte jede Erfahrung. Was uns aber nicht fehlte, war Leidenschaft. Und so ist es bis heute.


 

3

 

Deutsche Rangerin in Afrika

Gesa Neitzel

Gesa in Afrika: Findet heraus, was Gesa dazu brachte, Rangerin in Afrika zu werden.

Ich war allein in einem Gebirge in Südafrika unterwegs, als plötzlich eine Antilope vor mir stand. Sie starrte mich an. Wenn so ein wildes Tier einem in die Augen schaut, fallen all die Mauern, die man um sich selber herum gebaut hat, von einem ab. Ich hatte das Gefühl, als könne es in mich hineinsehen. Damals lebte ich als TV-Redakteurin in Berlin, unglücklich, wie in einer Blase. Wenn ich unzufrieden war, ging ich shoppen. Insgeheim war mir damals schon klar: Ich muss hier raus. Die Südafrika-Reise mit Freunden an Silvester 2014 änderte dann alles. In der Wildnis unterwegs zu sein, das war eine völlig neue Erfahrung für mich. Von nun an wollte ich nur noch draußen bei den Tieren in der Natur sein. Auf dem Rückflug nach Deutschland habe ich geheult, weil ich in mein altes Leben zurückkehren musste. Aber ich hatte gehört, dass man sich in Afrika zur Rangerin ausbilden lassen kann. Noch im Flugzeug wurde mir klar: Ich werde diese Ausbildung machen. Inzwischen bin ich tatsächlich Rangerin geworden. Vor allem aber bin ich endlich bei mir selbst angekommen – und mittlerweile sicher: Meine Zukunft liegt in Afrika!