Hotel in SoHo
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In SoHo geht Jeff Koons die Wand hoch

  • TEXT MORITZ HERRMANN

Kennen Sie den Film „Her“ von Spike Jonze? Joaquin Phoenix spielt ­Theodore, einen einsamen Schnauzbartträger, der sich in Samantha, sein ­Betriebssystem, verliebt, gesprochen von Scarlett Johansson.

Ich erzähle das, weil ich, ins Zimmer im 11 Howard eintretend, erwartet werde: von einem Tablet! Es grüßt mich namentlich, was vielen Alleinreisenden sicherlich schmeichelt, zumal in New York, man kann hier ja schnell vereinsamen.

Ich aber denke an „Her“ und drehe das Tablet um. Es kennt deinen Namen, denke ich, pass auf, gleich fragt es, wie es dir geht und dann – ich will mich nicht in ein Tablet verlieben! Sie merken, ich bin etwas neurotisch veranlagt.

Da hilft ein guter Drink im The Blond, der Bar des 11 Howard, die sehr schick ist, wie hier sowieso alles sehr schick ist.

Anda Andrei hat die Zimmer designt, die Möbel stammen von Oliver Gustav, die Bilder von Hiroshi Sugimoto. Dan Attoe lieferte die Installation für die Treppe, Alexander Calder das Mobile in der Lobby. Und an der Fassade: ein riesiges Wandgemälde, unter der Anleitung von Jeff Koons entworfen.

Was soll das Namedropping, mögen Sie jetzt einwerfen, mit Recht, davon halte ich sonst auch nichts. Aber beim 11 Howard – im April erst eröffnet – mache ich eine Ausnahme: Erstens wirken die Arbeiten nicht wild zusammen­kuratiert, sondern fügen sich zu einem Ge­samt­kunstwerk aus skan­dinavischer Eleganz und SoHo-Noblesse. Zweitens erfahre ich all dies nur, weil mir eine nette Concierge an der Bar davon berichtet, ich schreibe beflissen mit, bin zufrieden, danke ihr.

Keine Ursache, sagt sie, nur hätte ich auch, darauf müsse sie hinweisen, mein Zimmertablet befragen können. Das halte doch alle Infos bereit. Ich nicke lächelnd. Natürlich tut es das.


 

Ein Beitrag aus dem Vielflieger-Magazin Lufthansa Exclusive. Mehr zu den Miles & More Angeboten von Lufthansa erfahren Sie hier.