Herr Becker, wie gehen Piloten mit schlechtem Wetter um?

Was muss die Cockpit-Crew bei dichtem Nebel berücksichtigen?

Es gibt Verfahren, die von der Cockpit-Crew genau zu beachten sind, um einen Anflug bei Schnee, Vereisungsgefahr oder auch bei Nebel durchzuführen. Die elektronisch gemessenen Sichten können bei Nebellagen deutlich unter 100 Meter liegen. Dabei liegt unsere Anfluggeschwindigkeit aus aerodynamischen Gründen bei 250 km/h oder mehr. Piloten erkennen bei „scharfen“ Anflügen erst nach dem Aufsetzen die Landebahnlichter, sie werden durch automatische Flugführungssysteme unterstützt.

Was muss man beachten, wenn es friert? Können Flugzeuge bei Start und Landung ins Schleudern geraten?

Start- und Landebahnen werden weitgehend von Eis und Schnee geräumt, damit Flugzeuge gefahrlos starten und landen können. Falls das nicht möglich ist, darf eine bestimmte Schneehöhe nicht überschritten werden. Die gemessene Bremswirkung wird den Piloten durchgegeben, die dann entscheiden, ob sie bei Seitenwind oder einer kürzeren Bahn landen können. Bei diesen Verhältnissen wird das Flugzeug „positiver“, also etwas härter gelandet, damit sofortiger Bodenkontakt entsteht und das Flugzeug zügig abgebremst werden kann.

Wie wird ein Flugzeug enteist? Wer kümmert sich darum, dass das rechtzeitig passiert?

Der Kapitän ist dafür verantwortlich, dass sein Flugzeug beim Start frei von Eis und Schnee ist. Die Enteisung wird vom technischen Personal der Airline oder des Flughafens an der Gate-Position oder mit bereits laufenden Triebwerken kurz vor der Startbahn durchgeführt.