Herr Becker, wie werden Flugrouten berechnet?

Wer entscheidet über den besten Weg von Frankfurt nach New York?

Ein Team von spezialisierten Flugdienst­beratern, Dispatcher genannt, unterstützt uns Piloten dabei, die Flugpläne zu erstellen. Dabei sind viele Faktoren einzubeziehen: Welcher Flugzeugtyp wird eingesetzt, wie sind die Wetterbedingungen? Gibt es Beschränkungen für bestimmte Lufträume? Mit seiner Unterschrift nimmt der Kapitän den Vorschlag des Dispatchers an. Er trägt – gemeinsam mit der Crew – die Verantwortung für den Flug, also beispielsweise auch dafür, bei Bedarf schlechtes Wetter zu umfliegen.

Gibt es Autobahnen am Himmel?

Über dem Nordatlantik gibt es tatsächlich so etwas wie Autobahnen, die North Atlantic Tracks, abgekürzt NATs. Nur dank dieser Routen kann das hohe Flugzeugaufkommen auf der Strecke bewältigt werden. Weil hier starker, aber in Richtung und Intensität nie konstanter Wind aus Westen weht, werden die NATs täglich neu festgelegt. Das Prinzip: Auf dem Weg nach Amerika soll Gegenwind reduziert, auf dem Weg nach Europa Rückenwind maximiert werden.

Was passiert, wenn sich das Wetter plötzlich verschlechtert?

Ob wegen schlechten Wetters oder aus ganz anderen Gründen: Für den Fall, dass wir am Zielflughafen nicht landen können, muss schon vor dem Start ein alternativer Airport herausgesucht werden. So lässt sich auch eine Kerosinreserve für die eventuell ver­längerte Strecke tanken. Eine sichere Landung ist also immer möglich.