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Der letzte Maya

  • TEXT JOHANNES RIFFELMACHER, THOMAS KOSIKOWSKI
  • ILLUSTRATION JANA FEDEROV

Ab und zu finden wir Orte, zu denen die Schöpfung etwas gnädiger war. Einen davon finden wir in dem Küstenstädtchen Tulum: ein kleines Restaurant ganz am Ende des Strandwegs, nur ein paar Kilometer weiter, als es die meisten Tulum-Besucher schaffen. Es heißt Ultimo Maya, der letzte Maya. Aber diese wenigen Kilometer machen den Unterschied: Du sitzt an einem von nur drei verwitterten Tischen unter Palmen, massierst dir ein himmlisches Ceviche de Pescado y Camaron an den Gaumen und schlürfst eine eiskalte frische Kokosnuss.

Im Hintergrund weißer Sand, das türkise Meer rauscht vor sich hin, niemand in Sicht weit und breit, außer vielleicht der eine oder andere auftragslos den Strand entlangflanierende Hund. Nachdem wir dieses Panorama mit angemessener Verweildauer gewürdigt haben, beschließen wir, einen Blick in die Küche zu werfen. Der Koch lächelt freundlich und lädt uns ein, sein kleines Reich zu besichtigen. Mit einfachsten Mitteln verarbeitet er in einer simplen Bambushütte frischesten Fisch zu herrlichen mexikanischen Spezialitäten.

Wer länger bleiben will als nur ein paar Stündchen, aber keine Lust hat, eine teure Unterkunft am Strand zu buchen, kann für wenige Pesos zwischen den Palmen sein Zelt aufstellen. Die Hängematte bringt man am besten gleich selber mit – es gibt keinen besseren Ort fürs Kokosnuss-Schlürfen. Das ist Fakt, wir haben es gründlich getestet. Aber auch mit einem frischen mexikanischen Strandceviche kann man sich von zu Hause aus ins Strandfeeling katapultieren.

… und hier ist das passende Rezept:

Frisch aus der Palmenhütte: Die Ceviche del Ultimo Maya

Schmeckt nicht nur mit Meerblick vorzüglich: Die Ceviche del Ultimo Maya

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Nach dem Essen ruft die Hängematte

Nach dem Essen ruft die Hängematte

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Einfach, aber köstlich. Nur wenige Meter vom Strand entfernt, bereitet hier Koch Jorge seine Speisen zu

Nur wenige Meter vom Strand entfernt, bereitet Koch Jorge seine Speisen zu

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Ob er uns sein Ceviche-Rezept verrät?

Ob er uns sein Ceviche-Rezept verrät?

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Ceviche del Ultimo Maya (für zwei Personen)

Für das Ceviche:

300 g frischestes Fischfilet mit weißem Fleisch (z. B. Wolfsbarsch, Dorade, Seezunge), 2 Handvoll Garnelenschwänze (roh),einige Eiswürfel

Saft von 3-4 Limetten, Salz, schwarzer Pfeffer, 1 Salatgurke, 3 Tomaten, 1 große Zwiebel, 1 Avocado, 1 Bund Koriander, 1 grüne Chilischote, einige Tostadas (alternativ: Tortilla-Chips)

Für die Knoblauch-Salsa:

3 EL Mayonnaise, 1 EL frisch gepresster Limettensaft, 1 Knoblauchzehe, 1 Prise Cayennepfeffer, 1 Prise Salz

 

Zubereitung:

1. Für die Salsa die Knoblauchzehe durch eine Knoblauchpresse in ein Schüsselchen drücken, alle andere Zutaten dazugeben und verrühren.

2. Die Garnelen schälen, dann 5 Minuten in kochendem, gesalzenem Wasser blanchieren, bis sie eine rosa Farbe annehmen. Aus dem Wasser nehmen und kalt stellen.

3. Das Fischfilet in Würfel schneiden (ca 1 cm), mit den Eiswürfeln in eine Schüssel geben und beiseitestellen.

4. Die Gurke schälen, der Länge nach halbieren, mit einem Löffel die Kerne herausschaben und wegwerfen. Dann die Gurkenhälften der Länge nach in Streifen schneiden und würfeln.

5. Die Tomaten in Würfel von ca. 1 cm Kantenlänge schneiden.

6. Die Avocado halbieren, den Kern entfernen, dann das Fruchtfleisch behutsam mit einem Esslöffel aus der Schale heben. In Streifen schneiden, dann würfeln.

7. Das Bund Koriander grob hacken (ruhig auch mit den Stielen).

8. Die Zwiebel würfeln.

9. Die Chilischote in hauchdünne Ringe schneiden.

10. Die Limetten auspressen.

11. Zuletzt muss man das Ganze nur noch in der richtigen Reihenfolge in einer Schüssel zusammenfügen. Wichtig: Zuerst den Fisch und die Garnelen in die Schüssel geben und ordentlich salzen und pfeffern. Mit den Händen für ein paar Sekunden durchmischen, dann den Limettensaft dazuschütten – vielleicht nicht gleich alles, lieber etwas davon übrig lassen und am Ende noch mal abschmecken. Als nächstes alle restlichen Zutaten in die Schüssel werfen und alles gründlich vermengen. Mit dem restlichen Limettensaft und gegebenenfalls etwas Salz abschmecken. Auf einem großen Teller anrichten, einige Tostadas oder Tortillachips mit reinstecken, Salsa darüber träufeln. Das war’s schon. Provecho! Fertig ist das perfekte Strandfeeling.

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Das Paradies? Fast. Der Strand von Tulum

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