Herr Becker, was kann man im Flugsimulator lernen?

Im Lufthansa Flight Training Center in Frankfurt können sich auch Nicht-Piloten in ein Cockpit setzen. Was unterscheidet das Programm von anderen Flugsimulatoren?

Das Einmalige dort ist, in den Simulatoren der Lufthansa Profis zu fliegen. Ob im Cockpit eines Airbus A380 oder einer Boeing 747 – in diesen Simulatoren trainieren Piloten regel­mäßig und auf höchstem Niveau. Zusammen mit der Firma ProFlight bietet Lufthansa sogenannte Erlebnisflüge für interessierte Laien an.

Welche technische Ausstattung ist dafür erforderlich?

Für jedes Flugzeugmuster gibt es Simu­latoren, die mehrere Millionen Euro kosten. Die aufwendige Technik vermittelt einen realistischen Eindruck – als säße man wirklich in einem Cockpit. Selbst Bewegungen werden täuschend echt simuliert: Kurvenflug, bremsen, beim Start beschleunigen.

Wie läuft so ein Erlebnisflug ab?

Ein Erlebnisflug ist kein Trainingsflug; den Teilnehmern fehlen die Voraussetzungen, um professionell zu fliegen. Aber man be­kommt schon eine Vorstellung davon, wie es sich anfühlt, einen Riesenjet zu steuern. Manche kommen dabei ins Schwitzen, aber es ist immer ein Profi dabei, der den Simulator stoppen kann, wenn es zu riskant wird.

Was können Piloten nicht im Simulator lernen, sondern nur in der Praxis?

Im Simulator werden Piloten auf Situationen vorbereitet, die in der Realität hoffentlich niemals so gehäuft auftreten. Landen auf schneebedeckten Bahnen, Triebwerkaus­fälle, Durchstartmanöver. Die körperliche und nervliche Belastung dabei können sie im Simulator nur erahnen.