LHM: Der Jakobsweg
© Alberto Paredes/4SEE/laif

Once in a lifetime auf dem Jakobsweg

  • TEXT PATRICK P. BAUER

Der trockene, steinige Boden knirscht unter meinen Füßen. Sanft streicht der Wind durch ein fast schon reifes Weizenfeld zu meiner Rechten, links recken sich Sonnenblumen der versinkenden Sonne entgegen. Ein wunderschöner Moment – wären da nicht die vielen Menschen. Vor mir, hinter mir, neben mir. Sie keuchen, sie schwitzen und schwatzen. Es ist August, und der Jakobsweg zwischen Pamplona und Santiago de Compostela gleicht einer vollgestopften Menschen-­Autobahn.

Camino Francés, Nordspanien, der Pilgerweg schlechthin. Das Ziel: Santiago de Compostela, der Reliquienschrein des Apostels Jakobus. Ich hatte geistige Einkehr gesucht, hatte gehofft, allein zu sein mit meiner Besinnung. Aber schon am Mittag sind die Herbergen voll. Nachts, in den Doppelstockbetten, wird Reihe an Reihe geschnarcht und gehustet.

Zum Glück lerne ich später ­Markus kennen, Anfang dreißig und schon Karriere-Aussteiger. Er rät mir, vor Sonnenaufgang loszugehen, vor allen anderen. Ich folge und finde endlich zu mir. Laufe mit meiner Stirnlampe durch den Nebel, kämpfe mich durch Dauerregen sattgrüne Hänge hinauf, besuche winzige Kapellen aus Sandstein, die viele der anderen Wanderer links liegen lassen. In einer davon gibt mir ein alter Pfarrer, Rauschebart und dunkle Robe, noch einen Rat fürs nächste Mal: „Komm im Frühjahr. Dann sind hier viel weniger Menschen unterwegs.“

Jakobsweg: Kreuz
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Jakobsweg: Einheimische
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Jakobsweg: Bank zum Ausruhen
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PNA

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