Völlig losgelöst: Besucher der Cité de l'espace lernen das Weltall kennen
© Cité de l'espace

… in den Weltraum

  • TEXT EYADI EBOBISSÉ

Der Countdown läuft. Gleich hebt die Nasa-Raumsonde zum Mars ab, und das Weltraumzentrum Cité de l’espace in Toulouse zeigt den Start als Live-Übertragung. Ein paar Plätze neben mir ballt ein kleines Mädchen die Fäuste und starrt auf den riesigen Bildschirm. Es ist, als würde die Schubkraft der Rakete sie gleich mit aus der Atmosphäre tragen.

Ich war etwa in ihrem Alter, als ich zum ers­ten Mal die unendliche Weite des Welt­alls erahnte. Die Erde sollte der einzige bewohnte Planet weit und breit sein? Auf ­einmal schien mir die menschliche Spezies sehr, sehr einsam zu sein. Ich konnte es nicht fassen und fragte meinen Vater: „Sind wir wirklich allein im Sonnensystem?“

Toulouse: Weltraumstation, Cité de l'espace
© Cité de l'espace
Toulouse: Weltraumstation, Cité de l'espace
© Cité de l'espace

  Die meisten Besucher der Cité de l’espace hingegen sind mit dem Universum offenbar im Reinen. Ich lasse mich mit ihnen durch die Weltraumstadt treiben. Dabei lerne ich, wie die interstellare Zeit von jener auf der Erde abweicht. So tickt die Uhr umso schneller, je weiter wir uns von unserem Heimatplaneten entfernen, große Massen verlangsamen den Fluss der Zeit. Ich muss schon ziemlich weit draußen sein, denn hier vergehen Stunden wie Minuten.

Ich klettere in eine Raumkapsel, streiche über außerirdisches Gestein, springe an Bungee-Seilen, gehe auf dem Mond spazieren und erfahre auf einem Drehstuhl, was es heißt, weltraumkrank zu sein. Als ich wieder zu mir komme und die Augen öffne, sehe ich das kleine Mädchen wieder. Sein Lächeln erinnert mich daran: Wir sind nicht allein.

TLS

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