Cancun: Aufmacher
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… abtauchen im Pool der Maya

  • TEXT MATHIAS BECKER

Bei tropischen Temperaturen schwitzen wir in Neoprenanzügen. Mit Druck­lufttanks auf dem Rücken laufen wir durch den Dschungel knapp zwei Autostunden südlich von Cancún. Das Sonnenlicht funkelt in dem türkisfarbenen See, an dessen Ufer wir die Flossen überstreifen. Einer nach dem anderen gleitet ins Wasser. Auch ich warte nur noch auf das Zeichen des Tauch-Guides. Jetzt!

Langsam geht es hinab ins kühle Blau, die Höhle des Sistema Dos Ojos (Zwei Augen) wird immer dunkler, den Gang am Grund erkennen wir nur im Licht der Taschenlampen. Für die Maya waren die Cenotes – mit Süßwasser geflutete Höhlen auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán – Tore zur Unterwelt. Heute sind sie Plansch­becken für Schwimmer und Schnorchler, weit verzweigtes Tauchparadies und Unter­wasser­museum, in dem Forscher noch immer Scherben jahrhundertealter Tongefäße finden. 

Ende 2017 entdeckte der deutsche Höhlen­taucher Robert Schmittner in einem Winkel dieses Labyrinths eine Verbindung zu einer bis dahin unergründeten Höhle – und damit den größten unterirdischen Hohlraum in der Region mit rund 350 Kilometer Länge. Seither ist der gebürtige Bayer, der im nahen Tulum ein Hotel und eine Tauchschule betreibt, eine Art Volksheld. Unser Gang mündet jetzt in einen Saal, in dem gewaltige Stalagmiten und Stalaktiten zu baumdicken Säulen verwachsen sind. Meine Augen können sich an der bizarren Schönheit kaum sattsehen, doch der Guide deutet schon auf seine Uhr: Zeit zum Auftauchen! Als wir oben aus dem Wasser klettern, bin ich in Gedanken noch tief unten.

Cancun: Lagune

Mekka für Schwimmer und Taucher: die Unterwasserhöhlen Dos Ojos und Ik Kil auf der Halbinsel Yucatán

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