Kairo: Aufmacher
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Sprung in die Schüsseln

  • TEXT HELGE HOPP

Das orientalische Glück kommt in unzähligen kleinen Schälchen, es ist frisch, cremig und würzig, und man kann kaum genug davon bekommen – auch in Kairo.

Die Stadt ist staubig, die Stadt ist spannend, aber echt laut, der Straßenverkehr ist, nun, gewöhnungsbedürftig. Aber es gibt hier und da und dort in Kairo auch Oasen, Wohlfühlorte, Runterkommen- und Durchatmenplätze. Das muss gar kein prachtvoll blühender Garten sein, ein Museum oder eine ach so authentische, ungeheuer versteckte Teestube im dritten Hinterhof. Manchmal genügt ein Restaurant wie das Jupiter in Dokki, einem Viertel von Gizeh (26, Refaah Street). Eine Bar, eine Lounge, ein Speisesaal, eine dezent möblierte Terrasse – und eine Speisekarte, die unter der Rubrik „Salate“ die Fülle der levantinischen Vor- und Zwischenspeisen zelebriert: Kibbeh, Baba Ghanousch, Taboulé, Fatousch, Tahīna, Ta’mīya, Baladi, Labna, natürlich Hummus… wer zählt die Klöße, preist die Pasten, nennt all die Cremes? Sämig sollen sie sein, sorgfältig püriert, mit Sesam, Olivenöl und Zitronensaft. Erst stippt man so antipasti-lässig mit den Pitafladen drin herum, malt kleine Muster, schaut kurz auf den großen, über dem Geschehen thronenden Bildschirm, ob Mohamed Salah, kickender Nationalheld in Diensten des FC Liverpool, schon wieder getroffen hat, wischt ordentlich am Tellerrand, sammelt ein paar Krümel und Reste, seufzt genießerisch, setzt das Essen fort, gewissenhaft, bis plötzlich, na so was, alle Schälchen und Schüsselchen leer sind und blitzblank. Nun möglichst unschuldig blicken und sich den Tischbegleitern zuwenden: „Ach, oh, tut mir leid, wolltet ihr auch mal was probieren?“

Kairo
© Salim Batlouni/ EyeEm/Getty Images

Zum Ziel

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