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… für eine Nacht ein Inuk sein

  • TEXT BARBARA SPIELHAGEN

Ein Iglu zu bauen und darin zu schlafen kann romantisch sein – oder einsam

Stolz schauen wir fünf auf das Halbrund. Es ist geschafft – wir haben wirklich ein richtiges Iglu gebaut. Am Abend zuvor hatte uns unser Skiführer Christoph dazu überredet, inklusive Übernachtung, auf dem Flumserberg im Schweizer Kanton St. Gallen in rund 1000 Meter Höhe. „Wird ein unvergessliches Erlebnis“, versprach er.

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  Hinter uns liegen drei Stunden harter Arbeit: Schnee platt stampfen, zehn Kilo schwere Blöcke sägen, anschließend schleppen und stapeln. Den anderen ist die Anstrengung nicht anzusehen. Mir schon. Ich schwitze unter meinem Skianzug, der die Hitze auftragsgemäß an meinem Körper hält. Dafür sind meine Hände halb abgefroren. Dankbar rolle ich später meinen Schlafsack neben den anderen im Iglu aus und schlafe sofort ein. Über die brennende Kerze am Eingang als Sauerstoffanzeiger kann ich nicht mehr nachdenken.

Mitten in der Nacht werde ich wach. Und bin allein mit der Kerze. Wo sind die anderen? Raus aus dem Schlafsack, wieder rein in den Skianzug. Draußen erwarten mich ein gigantischer Sternenhimmel und absolute Stille. Wunderschön, nur eben jetzt nicht. Habe ich den Aufbruch verpasst? Die würden mich doch nicht hier oben zurücklassen! Ich laufe durch knietiefen Schnee, rufe panisch und fange wieder an zu schwitzen. Dahinten ist Licht! Ich erreiche eine Hütte, öffne die Tür und fasse es nicht: Meine Gruppe sitzt an einem gedeckten Tisch mit Weingläsern in der Hand und lacht sich halbtot über meinen Auftritt. Ich war die Einzige, die das mit dem Übernachten im Eis wirklich ernst genommen hat.


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