Schneller boarden
© André Gottschalk

Vicky Scherber ist bei Lufthansa für Passagier- und Gepäckprozesse verantwortlich. Sie erklärt, warum es sich lohnt, mit weniger Handgepäck zu fliegen.

Frau Scherber, welche Probleme verursacht zu viel Handgepäck beim Boarding?

Ein Airbus A320 hat Platz für bis zu 180 Gäste, aber nur für bis zu 85 Rollkoffer in den Gepäckfächern. Sind die voll, müssen die restlichen Trolleys im Fußraum verstaut oder in den Frachtraum umgeladen werden. Das kostet enorm Zeit.

Sollte man an Bord auf Rollkoffer verzichten?

Wir möchten unsere Passagiere gerade auf gut ausgelasteten Strecken dazu ermuntern. Auf ausgebuhten Flügen bieten wir deshalb an, Handgepäck kostenlos aufzugeben.

Wie verstaut man sein Gepäck schnell an Bord?

Man sollte sich vor dem Einteigen überlegen, was man in der Kabine benötigt – und nicht erst dort sein Buch aus dem Koffer holen. Handtaschen legt man am besten unter den Vordersitz. Wer seine Jacke am Haken des Sitzes vor ihm aufhängt, schafft in den Gepäckfächern mehr Platz.

Acht Kilo Handgepäck in den Maßen 55 x 40 x 23 Zentimeter und eine kleinere Tasche sind pro Passagier erlaubt. Halten sich alle daran?

Die meisten. Eine Umfrage hat ergeben, dass 75 Prozent unserer Gäste die Einhaltung der Regeln schätzen, weil sie ein schnelleres Einsteigen ermöglichen. Künftig werden wir deshalb Gewicht, Größe und Anzahl der Gepäckstücke verstärkt kontrollieren.

Welche Vorteile hat „leichtes“ Reisen noch?

Ab Mai testen wir in München unsere „Express Security Lane“ für jene, die nur ein personal item – zum Beispiel eine Handtasche oder einen Laptop – mit an Bord nehmen. Zurzeit pilotieren wir einen günstigen Easy Tarif, der es erlaubt, einen bis zu acht Kilo schweren Trolley einzuchecken. Im Sommer werden wir erstmals „Home & Hotel Delivery“ ausprobieren. Gegen einen Aufpreis liefert Lufthansa das Gepäck nach der Ankunft nach Hause oder ins Hotel – leichter und bequemer geht es nicht.