Synchron-Duo: Den Zip-Line-Trip in Ras Al Khaimah gibt es auch paarweise
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Hoch über der Geröllwüste des Emirats Ras Al Khaimah: Gleich werde ich mit 150 Stundenkilometern durch die Luft sausen. Mit Helm und Sicherheitsgurt, aber ohne Gondel oder sonst eine schützende Hülle um mich herum. Nur ich, in Superwoman-Pose unter ein Drahtseil geschnallt. Vor mir liegen 2,8 Kilometer im Rallye-Tempo. Heißer Wind weht auf dem Gipfel des Jebel Jais, des höchsten Bergs der Vereinigten Arabischen Emirate, am Startpunkt der – noch ein Superlativ – längsten Zip-Line der Welt.

„Ready?“ Schon schieben mich vier kräftige Hände über den Abgrund. Die Beschleunigung ist ein Schock. Schlagartig trocknen Mund und Nase aus, das Surren der Aufhängung, die das Stahlseil entlangsaust, dröhnt in meinen Ohren. Ich kralle mich in ein Stück Seil, das mir jemand kurz vor dem Start als psychologische Hilfe in beide Hände gedrückt hat. Etwa zwei Minuten dauert der Flug. Das ist lang genug, dass ich es unterwegs schaffe, mich dem Gefühl des freien Falls zu überlassen, ja, mehr noch: Ich beginne es ein wenig zu genießen.

Zurück am Boden, zittern meine Knie, in meinem Kopf kein einziger Ge-danke. Dafür überwältigt mich ein Gefühl, das kaum in Worte zu fassen ist. Ich versuche es trotzdem: „Das echte Leben!“ Oder: „Wow, so muss es sein.“ Ich warte auf den Wagen, der mich abholen soll. Eine staubige Ziege steht wiederkäuend neben mir im Schatten. Ein Gedanke stellt sich jetzt doch ein: „Adrenalin – sehr guter Stoff.“