20 Jahre help alliance
© Retha Ferguson

20 Jahre help alliance

1999 wurde die Hilfsorganisation der Lufthansa Group gegründet. Aus einer spontanne Initiative von Mitarbeitern ist ein Netzwerk geworden, das Menschen welweit hilft.

Es begann mit einer Anzeige, gerade fünf mal zehn Zentimeter groß, in der Mitarbeiterzeitung Lufthanseat: Zwei Lufthansa Mitarbeiterinnen suchten darin nach Kollegen, die sich
ebenfalls um benachteiligte Menschen im Ausland kümmern. 13 von ihnen kamen zum ersten Treffen und gründeten einen Verein. Und weil Lufthansa 1997 die Star Alliance mitbegründet hatte, lag der Name auf der Hand: „HelpAlliance e. V. – Lufthanseaten engagieren sich“.

20 Jahre sind seither vergangen – aus dem Verein wurde eine gemeinnützige GmbH, kurz help alliance. 17 Millionen Euro wurden bis heute aufgebracht für 50 Projekte in Afrika, noch mehr in Asien, rund 20 in Südamerika und mehr als zehn in Europa. Dabei wurde das Netzwerk immer dichter: Fast 23 000 Menschen profitierten seit der Gründung davon.

20 Jahre help alliance
© Oliver Roesler
20 Jahre help alliance
© help alliance

 Die help alliance half bei Ausbau oder Sanierung von Schulen, Krankenhäusern, Küchen. Sie unterstützte die Anschaffung von Solaranlagen für eine Dorfklinik und von rescue vehicles für Straßenkinder, sie vermittelte Patenschaften für Waisenkinder. Es gab Benefiz-Kicks, Bücherbasare, ein Flugzeug-Wettwaschen. Ein Lufthanseat entwarf eine Armbanduhr, die in limitierter Auflage für den guten Zweck verkauft wurde. Ein anderer nahm spendensammelnd in Hawaii am „Ironman“-Triathlon teil, ein weiterer wurde zum Dank für seine Hilfe in Nigeria zum Häuptling gekrönt. Als besonderer Erfolg gilt die Hilfe für die Tsunami-Opfer in Südostasien: 2005 kamen dafür 1,07 Millionen Euro zusammen, unter anderem, weil 5000 Lufthansa Mitarbeiter insgesamt 14 000 Arbeitsstunden für Hilfseinsätze aufwandten.

Die help alliance ist eine Bewegung aus der Belegschaft, noch heute werden alle Projekte von Mitarbeitern initiiert. Der ehrenamtliche Einsatz dieser Mitarbeiter mit ihren vielfältigen Fähigkeiten hat ein Bündnis geschaffen, das Menschen auf der ganzen Welt besonders durch Bildung ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben ermöglicht.

20 Jahre help alliance
© help alliance

Herr Morales, wie kam es zu diesem Projekt?

2014 reiste ich mit meiner brasilianischen Verlobten erstmals nach Brasilien. Die Armut in ihrem Heimatdorf war erschütternd. Bei einem Spaziergang mit ihrem Cousin Anderson Couthino, mit dem ich das Institut jetzt gemeinsam leite, kam uns die Idee, wie wir die Kids von der Straße holen könnten: mit einem Jugendzentrum, das Bildung und Sport verbindet. Das Projekt habe ich dann bei der help alliance eingereicht, für die Hilfe bin ich sehr dankbar. Als aktiver Boxer kenne ich die integrative Kraft des Sports.

Wie kann der Boxsport dabei helfen?

Boxen kann Menschen eine Perspektive bieten. Wer in den Ring steigt, steht ganz allein da oben und muss sich beweisen. Das ist wie im Kampf gegen Hunger oder Perspektivlosigkeit. Gerade beim Boxen lernt man, dass Gewalt nichts bringt – wenn ich wütend werde, verliere ich den Fokus und kassiere Schläge. Außerdem: Wer vom Training ausgepowert und müde ist, kommt gar nicht mehr auf die Idee, Mist zu bauen.

Vor dem Boxen wird aber erst noch gebüffelt…

Ja, diese Verbindung ist uns wichtig. Jeder, der will, kann bei uns dabei sein. Er muss allerdings am Unterricht teilnehmen und Hausaufgaben machen. Vor allem Englisch ist essenziell  – das haben bislang nur wenige hier richtig gelernt. Außerdem bringen wir ihnen etwas bei, mit dem sie später Geld verdienen können. Einige haben bei uns an einer Druckmaschine
gelernt und leben jetzt teilweise davon.

Wie sieht die Zukunft aus?

Wir wollen das Institut auf jeden Fall weiterführen. Vor Kurzem gab es Gitarrenunterricht und DJ-Kurse. Und der Maskenbildner der brasilianischen Vogue gab einen Einblick in seine Arbeit. So etwas soll es öfter geben. Vor allem aber würden wir in Zukunft gern jedem Kind eine warme Mahlzeit am Tag garantieren.

13


Mitarbeiter von Lufthansa grün­deten 1999 die
help alliance.

17


Millionen Euro wurden dafür ­ausgegeben.

30


Euro kostet eine Uniform, ohne die Kinder in vielen Ländern nicht zur Schule dürfen.

140


Projekte wurden bislang von der help alliance unterstützt.

20 Jahre help alliance

 

 

 

„Den Menschen eine Perspektive geben“


Raiko Morales leitet mit Hilfe der help alliance ein Jugendzentrum mit Boxschule in Brasilien

 

Raiko Morales
ist Brandschutzbeauftragter bei Lufthansa ­Technik in Hamburg, Konzern-Arbeitssicherheit