… ganz tief sinken

  • TEXT ANTONIA SCHAEFER
  • FOTOS JULIAN WALTER

Vor Costa Ricas Küste kann man 300 Meter tief tauchen – in einem Drei-Mann-U-Boot

Es blubbert und schmatzt, als der Himmel verschwindet. Plötzlich sehe ich die Wellen des Pazifiks von unten. Schwebe herab in ein Blau, das immer dunkler wird. Ich sitze in einer Akrylkugel, die so klein und durchsichtig ist, dass ich mir den Kopf stoße, als ich mich vorlehne, um in die endlose Weite zu stieren.

  Wir befinden uns wenige Kilometer vor der unbewohnten Kokos-Insel, weit draußen vor der Küste Costa Ricas. Beinahe geräuschlos sinkt das Mini-U-Boot von Undersea Hunter, in dem außer Pilot David Engel und mir nur noch ein zweiter Passagier Platz hat, zum Meeresboden hinab. Nur als Engel die Tanks öffnet, um Luft abzulassen, schnauft das futuristische Gefährt wie unter Dampf.

Auf halber Strecke hinab passiert uns ein gewaltiger Silberspitzenhai, gefolgt von einem riesigen Teufelsrochen. Als das Blau zu Tiefblau wird, tauchen wir ein in ewige Dunkelheit, gleiten im Scheinwerferlicht an milchig-weißen Korallenlandschaften vorüber. 100 Meter Tiefe, 200 … Wir wechseln kaum ein Wort.

 

  Als wir bei 300 Metern den Grund berühren, habe ich das Gefühl, als seien Jahre vergangen. Es war kaum eine Stunde. Engel schaltet das Licht aus. Stille. Schwärze. Ungewissheit.

„Leben gibt es hier sicher keins“, mutmaße ich, gerade als Engel das Licht wieder anknipst. Vor uns präsentiert sich ein ulkiges Gewusel: Fast transparente Tintenfische schweben vorbei, fahle Muränen reißen die Mäuler auf, ein Aal mit Flossen durchkämmt mit seinen Barteln den Sand. Ich schweige. Und staune einfach nur.


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