Buenos Aires: The break club
© Malte Jäger

… so richtig draufhauen

  • TEXT EMILY BARTELS
  • FOTOS MALTE JÄGER

Vergiss Yoga, mach was kaputt, sagt Guido Dodero. Ein paar Flaschen zerschlagen, die Scherben bersten sehen, das Werk der Zerstörung betrachten, das hilft. Um seine Mitmenschen zu therapieren, zu unterhalten oder abzulenken, gründete Dodero den „Break Club“ in Buenos Aires. Dort bezahlt man dafür, dass man in einem dunklen Zimmerchen Dinge kaputt schlagen darf, völlig ungestraft. Etwa 25 Euro kostet es, einen alten Computerbildschirm und 20 Glasflaschen in Stücke zu hauen. Viel Geld? Vielleicht. Oder auch nicht, bedenkt man, dass andere sonst ihr 1000-Euro-Smartphone an die Wand donnern. Irgendwie muss die Wut ja raus.

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© Malte Jäger

 Es ist schade, dass ich gar nicht wütend bin, als ich den Break Club betrete. Dodero und ich plaudern über die Musik, die man während der Raserei hören sollte: Led Zeppelin. Sprechen über die Stadt: Ob es einen Zusammenhang gibt zwischen dem Club und den überdurchschnittlich vielen Psychologen, die in der Stadt ihr Auskommen finden? Dann wähle ich meine Waffe. Für den Fernseher greife ich nach einem Hammer, schön schwer liegt der in der Hand. Ich versuche, den alten Kasten vor mir zu hassen. Versuche, ein ungeliebtes Gesicht auf seinen grauen, angestaubten Bildschirm zu projizieren. Und haue drauf. Plastiksplitter fliegen an meinen Sichtschutz, Glas klirrt, aber der Kontrollverlust bleibt aus. Dafür kommt Freude auf: über den absurden Moment. Über die Abwechslung und die Neugier, als ich nach ein paar Schlägen in das Innere des Geräts blicke. Mich trifft eine völlig neue Erkenntnis: So sieht ein Röhrenfernseher von innen aus! thebreakclub.com

Zum Ziel

Lufthansa fliegt im Januar täglich von Frankfurt (FRA) nach Buenos Aires (EZE). Ihre Meilengutschrift errechnen Sie per App: miles-and-more.com/app